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Startseite > Frage

Eine '''Frage''' ist eine �u�erung, die eine ''Antwort'' herausfordert. Frage und Antwort bilden ein Begriffspaar. Im einfachsten Fall kann eine Frage als der Inhalt eines Fragesatzes verstanden werden, diese Bestimmung ist jedoch nicht erschöpfend. Die Rolle der Frage in der Kommunikation bestimmt die linguistische Pragmatik als Sprechakte, speziell als illokutive Akte.

Direkte Fragen (z. B. ?Wie alt sind Sie??) enden in der Schreibung im Deutschen stets auf ein Fragezeichen. Formal-linguistisch betrachtet ist die Antwort dann ein Satz oder Satzteil, der eine Leerstelle ausfüllt, die in der Frage u. a. als ''Fragewort'' oder als fragende Intonation angezeigt werden kann. Auch eine ''Bitte'' (verstanden als höflich vorgetragener Wunsch) oder eine ''Aufforderung'' kann die Form einer direkten Frage annehmen, wenn sie die Angesprochenen zu Handlungen veranlassen, sodass Antworten in diesen Fällen keine sprachlichen Äußerungen sein müssen.

Nicht alle Fragesätze haben denselben Aufforderungscharakter wie direkte Fragen, so zum Beispiel rhetorische Fragen, bei denen die eigentliche Aufforderung vom propositionalen Gehalt des Fragesatzes abweicht (eine Form von Ironie). Indirekte Fragen transportieren den Inhalt einer Frage, äußern aber keine ausdrückliche Aufforderung. So spricht z. B. ?Mich würde interessieren, wie alt Sie sind.? einen Wunsch nach Information aus, aber keine direkte Aufforderung an das Gegenüber, diese preiszugeben. Dies kann ein bewusst gewähltes Mittel der H�flichkeit sein, weil die Befragten so die Aufforderung übergehen können, ohne sie ausdrücklich zurückweisen zu müssen.

Fragenkataloge

In diesem Abschnitt werden verschiedene Fragesituationen mit ihren charakteristischen Fragekomplexen aufgelistet. Für verschiedene Bedeutungstypen von Fragen siehe die Einteilung unter Fragesatz.

Managementsysteme

Pr�ffragen oder Anforderungskataloge können in Managementsystemen von Organisationen zur Zertifizierung eingesetzt werden oder um zu beurteilen, ob definierte Ziele, Reifegrade oder Qualitätsstufen erreicht wurden. Sie können in betriebswirtschaftlichen oder politischen Zusammenhängen dazu dienen, durch wiederholten Einsatz die Einhaltung von Standards zu kontrollieren, oder um Systeme, Organisationen oder Prozesse vergleichbar zu machen (Benchmarking).

Politische Fragen

In der Politik steht ?Frage? oft als .

Im Parlamentarismus ist die Fragestunde ein regelmäßig stattfindender Tagesordnungspunkt, bei dem die Abgeordneten mündliche Fragen an die Exekutive stellen können.

Kardinalfrage

Juristen beurteilen ihnen unterbreitete Sachverhalte des Zivilrechts anhand der Frageformel: ?Wer will was von wem woraus??

So wird schnellstmöglich klar,
  • um wessen Interessen es geht (wer)
  • welches Begehren, z. B. Leistung, Feststellung, Gestaltung, abstrakt in Betracht kommt (will)
  • um welchen Anspruchsinhalt es konkret geht (was)
  • wer Gegner oder Partner ist oder sein soll (von wem)
  • welche Anspruchsgrundlagen das Begehren decken können (woraus).

Journalistische Darstellung

Die klassische Nachricht beantwortet die Fragen ''Wer?'', ''Was?'', ''Wann?'', ''Wo?'', ''Wie?'' und ''Warum?'' in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit.

Beispiele:
  • ''Die Bundeskanzlerin ist gestern nach Peking gereist, um in Begleitung deutscher Wirtschaftsvertreter mit dem chinesischen Staatspräsidenten Fragen des Wirtschafts- und Kulturaustausches zu erörtern.''
  • ''Ein Unbekannter hat gestern Nacht die Tür einer Domkapelle mit einer Brechstange zerstört. Aus dem Gotteshaus wurde nichts entfernt. Polizei und Kirchenverwaltung stehen vor einem Rätsel.''

Menschheitsfragen

Bestimmte umstrittene Probleme, die die conditio humana betreffen und sich zwar als Bedürfnis stellen, werden als die Menschheitsfragen bezeichnet.

Wissenschaftliche Fragen

Ein Forschungsprojekt muss sich durch folgende Fragen bestimmen lassen:
  • Was ist das zu lösende Problem?
  • Welche Annahmen habe ich über das Problem?
  • Wie definiere ich den Untersuchungsgegenstand?
  • Wie ist der Gegenstand? (beschreibende, ?deskriptive? Aussagen)
  • Warum ist der Gegenstand (so)? (erklärende, ?kausale? Aussagen)
  • Wie wird sich der Gegenstand künftig entwickeln? (voraussagende, ?prognostische? Aussagen)
  • Wie bewerte ich den Gegenstand? (bewertende, ?normative? Aussagen)
  • Was sollte man in Bezug auf den Gegenstand tun? (empfehlende Aussagen)

Fragetypen

In Sozialforschung und Journalistik

In Interviews und Frageb�gen in Journalistik und empirischer Sozialforschung oder Psychologie nehmen Frage eine methodische Stellung ein bzw. werden bzgl. ihres methodischen Werts beurteilt und kategorisiert. Eine zu schulende Fragetechnik kann je nach Zielvorgabe die Tendenz zu bestimmten Antworten verstärken bzw. solche verzerrenden Effekte zugunsten einer Ermittlung unbekannter Gegebenheiten vermeiden, diese genau bestimmen oder diese explorativ ?abtasten?. Man unterscheidet:

Geschlossene vs. offene Fragen

) ermöglichen.

Offene Frage<nowiki/>n hingenen werden eher ?entdeckend? als quantifizierend eingesetzt. Diese Fragen lassen sich in der Regel nicht mit einem einzelnen Wort oder einem Satz beantworten; es gibt keine abgeschlossene Menge von Antwortoptionen, sondern es ist dem Befragten freigestellt, was und in welcher Form er antwortet. Beispiel: ?Was waren die entscheidenden Ereignisse in Ihrer Kindheit??

Alternativfragen vs. Suggestivfragen
 die Frage ?M�chten Sie den Artikel lieber in Wei� oder in Schwarz?? fallen; es wird suggeriert, dass der Kunde auf jeden Fall einen Artikel will und auf jeden Fall in einer dieser beiden Farben.

Rhetorische Fragen
 zum Ausdruck gebrachten Haltung.

In asymmetrischen Machtverhältnissen

Nach .'' Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, S. 317?323 (Frage und Antwort), S. 335 ff (Der Befehl), ISBN 3-596-26544-4.</ref>
Inquisitorische Frage

In einer werden kann.

Siehe auch

  • Gretchenfrage
  • Sensitive Frage
  • M�eutik

Literatur

  • Aron Ronald Bodenheimer: ''Warum? von der Obszönität des Fragens.'' 2. Auflage. Reclam, Stuttgart 1985, ISBN 3-15-008010-X (= RUB 8010).
  • Aron Ronald Bodenheimer: ''Verstehen heißt antworten.'' Reclam, Stuttgart 1992, ISBN 3-15-008777-5 (= RUB 8777; überarbeitete Fassung der 1987 im Verlag Im Waldgut, Frauenfeld, erschienenen Erstausgabe, ISBN 3-7294-0023-1).
  • Anne Brunner: ''Die Kunst des Fragens.'' 2. Auflage. Hanser, München 2007, ISBN 978-3-446-41244-6 (''Pocket Power. Soft skills'').
  • Richard Geml, Hermann Lauer: ''Marketing- und Verkaufslexikon.'' 4., aktualisierte und vollständig überarbeitete Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7910-2798-2.
  • Rolf-Michael Hahn, Nicolai Stickel: ''Gut gefragt ist fast gewonnen. Erfolgreiche Fragetechniken für Beruf und Privatleben.'' Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-60871-5 (''rororo. rororo-Sachbuch'').
  • Carmen Kindl-Beilfuß: ''Fragen können wie Küsse schmecken. Systemische Fragetechniken für Anfänger und Fortgeschrittene.'' Teil: Buch (aus Medienkombination). 2. Auflage. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-89670-624-9.
  • Andreas Patrzek: ''Systemisches Fragen.'' 2. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-658-15851-4.
  • Rolf Porst: ''Fragebogen. Ein Arbeitsbuch.'' VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15178-6 (''Lehrbuch. Studienskripten zur Soziologie'').
  • Maja Beckers: ''Das wird man ja wohl noch fragen d�rfen!?'' (Essay, 2020)

Weblinks

Einzelnachweise